Vorbereitung auf die praktische Abschlussprüfung
Die praktische Abschlussprüfung stellt hohe Anforderungen an Planung, Organisation und fachliche Umsetzung. Neben dem handwerklichen Können werden insbesondere strukturiertes Arbeiten, Hygiene, Zeitmanagement und fachliche Begründungen bewertet. Eine gezielte Vorbereitung hilft dabei, auch unter Prüfungsbedingungen sicher zu arbeiten.


Arbeiten unter Prüfungsbedingungen simulieren
Die Prüfungssituation unterscheidet sich deutlich vom gewohnten Küchenalltag. Gearbeitet wird häufig auf begrenztem Raum, mit festgelegten Arbeitsplätzen und unter Zeitdruck. Deshalb sollte die Vorbereitung bewusst unter ähnlichen Bedingungen stattfinden.
Sinnvoll ist es, ein komplettes Drei-Gänge-Menü probeweise auf engem Raum zuzubereiten und dabei nur die tatsächlich benötigten Werkzeuge und Zutaten bereitzustellen. Wenn möglich mit den Warenkörben, die auch in der Prüfung verwendet werden. So wird frühzeitig sichtbar, wo Abläufe angepasst oder vereinfacht werden müssen.
Der Arbeitsablaufplan – Struktur statt Improvisation
Der Arbeitsablaufplan ist ein zentrales Bewertungskriterium der praktischen Prüfung. Er zeigt, ob der Prüfling in der Lage ist, Arbeitsprozesse logisch, effizient und zeitlich sinnvoll zu strukturieren.
Der Ablaufplan sollte unter anderem enthalten:
- zeitliche Reihenfolge aller Arbeitsschritte
- Zuordnung von Garverfahren und Vorbereitungsschritten
- Parallelisierung sinnvoller Arbeiten
- Pufferzeiten für unvorhergesehene Verzögerungen
Wichtig ist, dass der Plan realistisch bleibt und im Prüfungsverlauf tatsächlich eingehalten werden kann.
Reihenfolgen und Prioritäten verinnerlichen
In der praktischen Prüfung entscheidet die richtige Reihenfolge über einen ruhigen Ablauf. Zubereitungen die längere Zeit in Anspruch nehmen wie Fonds, Soßenansätze oder Vorbereitungen für Desserts sollten entsprechend priorisiert werden. Außerdem sollte eine klare Übersicht über alle benötigten Zutaten, Werkzeuge und Maschinen jedes Arbeitsschrittes vorliegen. Dies hilft eine Packliste für die Prüfung zu erstellen (insbesondere für Werkzeuge, die ggf. selbst mitgebracht werden müssen) und während der Prüfung unnötige Wege ins Lager oder Kühlhaus zu vermeiden.
Wer die Reihenfolge sicher beherrscht, kann auch bei kleineren Störungen flexibel reagieren, ohne den Überblick zu verlieren.
Plan B: vorbereitet bleiben, wenn etwas nicht funktioniert
Nicht jeder Arbeitsschritt verläuft in der Prüfung wie geplant. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern der professionelle Umgang mit Abweichungen.
Für kritische Komponenten wie Soßen, Garzeiten oder Desserts sollten Alternativen mitgedacht werden. Ein Plan B hilft, ruhig zu bleiben und sachlich weiterzuarbeiten, ohne in Hektik zu verfallen.
Fachgespräch: fachlich sicher und verständlich argumentieren
Im fallbezogenen Fachgespräch werden Entscheidungen aus der Menüplanung und Zubereitung hinterfragt. Typische Themen sind unter anderem:
- Allergene und gesundheitliche Aspekte des Warenkorbs oder der Zubereitung
- fachlich korrekte Begriffe und Begründungen zu Zubereitungsarten
- vegetarische oder vegane Varianten einzelner Gänge
- alternative Zubereitungsmethoden
- Wein- oder Getränkebegleitung
- besonderheiten zu den Zutaten aus dem Warenkorb
- eine grobe Preiskalkulation und Wareneinsatz der einzelnen Gänge
Wichtig ist, Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären und Fachbegriffe korrekt zu verwenden. Unsicherheit lässt sich oft durch saubere Argumentation ausgleichen.

Hygiene konsequent einhalten
Prüfer achten in der praktischen Prüfung besonders genau auf Hygiene. Sauberkeit, Ordnung und der richtige Umgang mit Lebensmitteln fließen direkt in die Bewertung ein.
- Schneidbretter konsequent nach Produktgruppen trennen
- Roh- und Fertigprodukte strikt voneinander trennen
- Lebensmittel vor der Verarbeitung immer fachgerecht reinigen
- Abfälle trennen und Abfallbehäter am Platz regelmäßig leeren
- Arbeitsflächen regelmäßig reinigen
- Reinigungsmittel korrekt und nach Bedarf einsetzen
- Arbeitsplatz jederzeit aufgeräumt halten
- Auf saubere Arbeitskleidung und Anfasser achten (ggf. Ersatzkledung einpacken)
Eine klare Hygienestruktur reduziert nicht nur Fehler, sondern sorgt auch für einen ruhigeren Arbeitsablauf.


Ergänzend zur praktischen Vorbereitung empfiehlt sich ein Blick in den Ratgeber zur theoretischen Abschlussprüfung. Detaillierte Informationen zum Prüfungsaufbau findest du außerdem im Prüfungs-Wiki.
